Eine lebensentscheidende Frage ***
Es war 1980. Ich war gerade dabei, mein Studium an der Moskauer Hochschule für Energiewirtschaft abzuschließen. Eines Tages stand mir ein Gespräch mit der Kommission bevor, die über meinen künftigen Arbeitsplatz zu entscheiden hatte - früher hat man den Arbeitsplatz nach der Absolvierung des Studiums vom Staat zugewiesen bekommen. Ich war mir sicher: Als Christ werde ich weit weg in eine sibirische Stadt geschickt. Es war schon ein Wunder, dass ich überhaupt zu Ende studieren durfte, ohne Komsomol-Mitglied[1] zu sein. Nun war ich dran, vor die schicksalsträchtige[2] Kommission zu treten.
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So wurde die Bibel zu meiner „Zuweisung" nach Kiew, genauso wie sie vier Jahre zuvor zu meiner Einweisung ins neue Leben mit der verheißenen „Zuweisung" in das himmlische Jerusalem[3] wurde. An jenem entscheidenden Herbsttag wurde mir neu bewusst, dass man die Bibel so studieren muss, dass man jeden Moment bereit ist, die Prüfung auf ihren praktischen Einsatz abzulegen.
Ein paar Jahre später war ich auf der Durchreise in Moskau und ging in meine Hochschule, um mich nach dem alten Professor zu erkundigen. Mir wurde die traurige Nachricht mitgeteilt, dass er vor kurzem verstorben sei. Aber Wadim Michajlowitsch bleibt mir mit seiner Frage für immer in Erinnerung: „Kennst du die Bibel gut, Sergej?" Und ich bin mir ganz sicher, dass wir uns dort sehen werden, wo man nur dann eine „Einweisung" bekommt, wenn man das Wort Gottes in sein Herz aufgenommen hat.
Sergej
mit freundlicher Genehmigung entnommen aus: Licht im Osten
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[1]
Komsomol war die kommunistische Jugendorganisation in der Sowjetzeit
[2] schicksalsträchtig: schicksalsvoll [-trächtig im Adj. drückt aus, dass das im ersten Wortteil Genannte wahrscheinlich eintritt] [3] das himmlische Jerusalem: Die Bibel spricht im letzten Buch der Offenbarung davon, dass Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen wird, auf der jeder leben wird, der in diesem Leben Gott vertraut. In diesem Zusammenhang spricht sie auch vom „himmlischen Jerusalem" als dem Ort, wo Gottes Volk ewig in Gemeinschaft mit ihm und Christus leben wird (Offb. 21,3f), der Stadt des Friedens durch Ausschluss aller Gottlosigkeit. |

