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Mit diesen Worten beginnt ein Studentenlied des Schriftstellers Victor von Scheffel aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Es besingt eine der schönsten Städte Deutschlands, die zugleich eine sehr alte ist. Ihre erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1196. Damals war Heidelberg ein Lehen der Bischöfe von Worms, einer Stadt am Rhein, ca. 40 km entfernt. Sicher ist die Region sehr viel früher bewohnt gewesen, wie Ausgrabungsfunde beweisen. Der berühmteste Fund ist ein menschlicher Unterkiefer, dessen Alter auf bis zu 500.000 Jahre geschätzt wird.
Seit dem Mittelalter residierten in Heidelberg dann die Kurfürsten von der Pfalz. Als der französische König Ludwig XIV. seinen Eroberungskrieg gegen die damaligen Herrscher führte, wurde die Stadt 1693 fast völlig zerstört. Im 18. Jahrhundert wieder aufgebaut und im Zweiten Weltkrieg vom Bombenterror verschont, präsentiert sich Heidelberg dem Besucher heute mit einer wunderschönen barocken Altstadt.
Überragt wird sie vom rund 90 Meter über der Stadt liegenden Schloßberg. Das Schloß freilich ist seit seiner Zerstörung durch Ludwig XIV. im wesentlichen Ruine geblieben. Aber kein Heidelberg-Besucher wird es versäumen, die Schloßanlage mit ihrem herrlichen Garten zu besichtigen. Dabei ist es beinahe Pflicht, auch das Große Faß zu bestaunen, das 1751 erbaut wurde und in einer der Ruinen lagert. Bei einer Länge von 8,5 Metern und einem Durchmesser von 7 Metern kann es rund 220.000 Liter Wein fassen.
Heidelberg liegt landschaftlich sehr schön am Fuß des Odenwaldes. Dort, wo sich der Neckarfluß seinen Weg aus dem waldreichen Mittelgebirge in die Rheinebene bahnt. Malerische Brücken, im Krieg gesprengt und später wieder original aufgebaut, verbinden über den Fluß hinweg die Ortsteile der Stadt. Heute leben hier ca. 138.800 Einwohner.
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In der Heidelberger Universitätsbibliothek befindet sich etwa seit 1490 die Anfang des 14. Jahrhunderts in Zürich entstandene berühmte "Manessische Handschrift", die auch "Heidelberger Liederhandschrift" heißt. Sie ist die größte von drei Sammelhandschriften mit mittelhochdeutscher Minnelyrik und enthält Lieder von 140 Dichtern. Dazu ist sie geschmückt mit 137 ganzseitigen Miniaturen. Das "Buch" ist eins der wertvollsten Stücke deutscher Bibliotheken.
Die Heidelberger Theologen Ursinus und Olevianus verfaßten 1563 hier die verbreitetste reformierte Bekenntnisschrift. Der "Heidelberger Katechismus" ist bis heute Lehrgrundlage der reformierten Kirchen.
In der "Heidelberger Romantik" zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand hier durch Clemens Brentano und Achim von Arnim die berühmte deutsche Volksliedsammlung "Des Knaben Wunderhorn".
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Natürlich ist das moderne Heidelberg auch eine Industriestadt mit Hafenanlagen am Neckar, mit Autobahnanbindung und mit guten sonstigen Bahn- und Straßenverbindungen. Die hohen Gebäude der Kunststein- und Zementindustrie sind weithin sichtbar. Zu den Produkten anderer Industrien gehören z.B. Zigarren, Maschinen, Fahrzeuge, Elektroartikel usw. Gut ist es, daß die Industrieviertel meist außerhalb der Stadt und des Neckartals liegen. Auch sind sie umgeben von großen land- und gartenwirtschaftlich genutzten Flächen des Obst- und Gemüseanbaus. Die landschaftliche Schönheit der Region und Stadtumgebung wird dadurch nicht beeinträchtigt. Und es lohnt sich allemal, in Heidelberg und seiner Umgebung für kürzer oder länger Halt zu machen. Übrigens waren auch die Amerikaner von Heidelberg sehr begeistert. In der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg erwählten sie die Stadt zu ihrem europäischen Hauptquartier.
Lothar von Seltmann
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