Berlin - Immer eine Reise wert (IV)
Willkommen zum zweiten Teil unserer Stadtrundfahrt! Bevor wir aber unsere Stadtrundfahrt fortsetzen, wollen wir noch einen kurzen Blick auf die Bevölkerung der Millionenstadt werfen. Menschen aus allen deutschen Regionen und den Nationen der Welt leben hier. Es gibt kaum einen deutschen Dialekt [1] und kaum eine fremde Sprache, die in Berlin nicht zu hören ist. Menschen aller Hautfarben begegnen einem, und man hört die Sprachen aller Kontinente und Staaten; dabei aber wohl am meisten das Türkische. Man sagt, Berlin sei die drittgrößte türkische Stadt nach Istanbul und Ankara.
Eine offene Stadt
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mit Französischem Dom |
Brandenburger Tor und Unter den Linden
Und nun wieder herzlich willkommen im Rundfahrtbus der Linie 100. Der Bus durchquert das Symbol der Stadt, das Brandenburger Tor. Zwischen 1788 und 1791 wurde es als Pforte nach Westen von dem Baumeister C.G. Langhans erbaut und mit der berühmten Quadriga [6] der Siegesgöttin von J.G. Schadow gekrönt. Während der DDR-Zeit war das Tor ein trauriges und schreckliches Mahnmal [7] der Trennung. Wie gut, daß das heute nicht mehr so ist.

Wir durchfahren die einstige Prachtstraße von Berlin Unter den Linden.
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Dann sehen wir die Deutschen Staatsoper, die fünfzig Jahre jünger ist und die Humboldt-Universität, in der berühmte Männer gelehrt haben wie der Philosoph Hegel, die Gebrüder Grimm, Albert Einstein, Robert Koch, Max Planck und der Mediziner Ferdinand Sauerbruch. Eigentlich müßten wir diese Straße zu Fuß gehen, um Zeit zu haben die Neue Wache des Baumeisters Karl Friedrich Schinkel, das 14 Meter hohe Reiterstandbild Friedrichs des Großen (1740 - 1786) und all das andere Schöne auch genießen zu können.
Museumsinsel und Dom
Zum Glück muß der Bus auf der wunderschönen Schloßbrücke für ein paar Minuten anhalten. So können wir den Blick über den Spreearm genießen, der die sogenannte Museumsinsel [9] nach Westen begrenzt und auf dem weiße Ausflugsschiffe ihre Bahn ziehen. Auf der Museumsinsel sind mehrere Museen versammelt mit dem Schwerpunkten Archäologie[10] und Antike. Das größte und bedeutendste von ihnen ist das Pergamonmuseum.
Auf der östlichen Seite der Museumsinsel sehen wir rechts eins der häßlichen und wenig ruhmreichen Gebäude an unserer Route: den Palast der Republik. Hier residierte [11] einst das Parlament der ehemaligen DDR. Hier beschloß 1990 das erste frei gewählte Parlament des kommunistischen deutschen Staates den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland. Den 1894-1905 erbauten Berliner Dom sehen wir schräg gegenüber. Dieser größte Kirchenbau Berlins wurde 1993 nach 18jähriger Renovierung [12] neu eröffnet. Das mächtige Gebäude hat innen und außen viel für das Auge zu bieten, z.B. die Tauf- und Traukirche der Hohenzollern [13], die Prunksarkophage[14] des Großen Kurfürsten und seiner Frau oder die Hohenzollerngruft [15] mit den Särgen der Familien dieses Fürstengeschlechts.
Fernsehturm und Alexanderplatz
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Einen Steinwurf entfernt befindet sich die älteste erhaltene Berliner Kirche, die Marienkirche. Hier verlassen wir noch einmal den Bus. Der 1805 zu Ehren Zar Alexanders I. von Rußland so benannte Alexanderplatz (Alex) hat viel an Reiz verloren, seitdem er nicht mehr das Stadtzentrum der ehemaligen Hauptstadt der DDR ist. In einigen Jahren wird der Platz nach umfangreichen Bauarbeiten wohl ein ganz neues Gesicht haben. Ob wir eine Auffahrt auf den benachbarten Fernsehturm wagen? Pech! Auch hier stehen die Leute Schlange. Das Warten würde zuviel Zeit in Anspruch nehmen, wenngleich der Blick vom rotierenden Telecafé in 207 Meter Höhe über die Stadt wunderschön ist. So gehen wir lieber die wenigen Schritte durch eine kleine parkähnlich Fußgängerzone hinüber zum Roten Rathaus. Es hat seinen Namen von dem auffallend roten Backstein [19], aus dem es zwischen 1860 und 1870 gebaut wurde. Es ist heute Sitz Regierenden Bürgermeisters von Berlin.
Neptunbrunnen und Nikolaiviertel
Am Neptunbrunnen, einem der schönsten Brunnen von ganz Berlin, entschließen wir uns, unsere Rundfahrt nun doch abzubrechen. Viel gäbe es noch zu sehen. So wäre ein Besuch von Berlins schönstem Platz, dem Gendarmenmarkt [20] mit dem ehemaligen Schauspielhaus und dem deutschen und französischen Dom sicher reizvoll. Auch der jüdische Friedhof wäre noch einen Besuch wert. Er ist der größte jüdische Friedhof Europas, ein Mahnmal und zugleich ein beeindruckendes Denkmal für die jüdische Vergangenheit Berlins.
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Lothar von Seltmann
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